Warmwasseraußenbecken (Winternacht)

Ich spüre das Wasser schon nicht mehr auf der Haut, seine Hitze ist längst entwichen. In die Kühle des Sternenhimmels, der nicht zu sehen ist. Umgeben von Dampf und sanften Berührungen der Schneeflocken, die sofort vergehen, wenn sie sich setzen. Noch einmal gehe ich unter, fahre mir mit den Händen durchs Haar, das unter Wasser Seide ist. Und draußen Schnee, schwer und nass. Meine Bewegungen sind stumm, im Wasser wie gen Himmel. Selbst meine Stimme verfängt sich in den Tiefen meines Körpers und drückt. Dumpf sind die Geräusche an meiner Brust. Ein stetes Plätschern, wie ein ferner Glockenschlag hängt es über meinem Kopf. Ich starre in das Dunkel, lasse die Leere zu, das Nichts, das doch viel mehr ist, an mir klebt, wie jeder Wassertropfen, jede  verloschene Flocke in meinem Haar.

Mit dem Handtuch reibe ich mir die Haut. Sie bleibt feucht, behaftet. Meine Kleidung fühlt sich fremd an, stößt gegen meinen Körper, überhitzt ihn. Ich gehe hinaus und atme. Die Stille klingelt in meinen Ohren und bleibt dort als dumpfes Echo dieses Tages. Selbst zu Hause fühl ich mich wie eine hohle Plastikpuppe. Ich bin wohl ausgetreten. Oder eingetreten.

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