Über die Rummeldirektorin

Berni’s Rummel wird betrieben von der Rummeldirektorin Berni di Brezel, ein Ameisen liebender Sprachen- und Rätselnerd mit der Faszination fürs Überirdische und Unterirdische. Vor allem aber fürs Menschliche.

Die Rummeldirektorin wurde 1992 im oberbayerischen Traunstein geboren. Nach dem Studium der Sprach- und Textwissenschaften in der idyllischen Dreiflüssestadt Passau im beschaulichen Dreiländereck brachte sie ihr Master-Studium der Germanistischen Linguistik an der Universität Hamburg 2014 in die Hansestadt, wo sie schließlich geblieben ist und heute am Institut für Germanistik arbeitet.

Der anfängliche Kulturschock eines Bairisch sprechenden Landeis in der nordischen Großstadt schlug schnell in Neugier um, die auch wieder das Schreiberherz der Hobbyautorin erweckte. In dem täglichen Treiben der Menschen eröffnete sie ihren Gedankenrummel und beschloss schließlich, ihn auch für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Alle paar Jahre juckt es mich wieder in den Fingern, eine neue Sprache zu lernen, ich bin es von der Schule gewohnt: erst Hochdeutsch bei der Einschulung, dann Englisch, Latein, Französisch, Spanisch, im Studium dann ein bisschen Türkisch und Persisch sowie viele wissenschaftliche Einblicke ins Plattdeutsche und auch in die bairische Muttersprache. Dabei hab ich gar nicht das Bedürfnis, diese Sprachen zu sprechen, ich bin viel zu feige, das zu tun, das Schreiben liegt mir mehr als das Reden. Aber eine neue Sprache zu lernen, ist wie neue Welten zu entdecken – oder wie Rätseln. Und ich liebe das Rätseln, Entschlüsseln und Knobeln.

Rätselhaft bleiben auch oft die alltäglichen Begegnungen im Großstadtdschungel und im pulsierenden U-Bahn-Netz. Und so startete ich schließlich meinen Tumblr-Blog Bahnvorstellung über Menschen, Momente, Begegnungen und Erkenntnisse aus dem Hamburger Verkehrsnetz, für den ich die anderen Fahrgäste beobachte und belausche. Und dabei wieder merke, dass ich noch viel mehr Sprachen lernen sollte. Und wenn wieder der Akkordeonspieler durch die Waggons schleicht, würd ich ihm gern das Instrument abnehmen und einen ordentlichen Tango hinschmettern. Hab ich schließlich sieben Jahre lang an der Musikschule gelernt. Doch mir fehlt das Temperament. Tango geht bei mir nur im stillen Kämmerchen.

Manchmal hab ich aber gar keine Lust mehr zu denken, knobeln und zu enträtseln. Und dann wäre ich gerne Tierpfleger bei den Giraffen. In meiner aktuellen Wohnsituation fände ich aber auch eine Ameisenkolonie im Bücherregal ganz nett. Als Kind wollte ich übrigens Päpstin werden. Oder Astronomin. Das Problem ist nur, ich träume manchmal nachts von gruseligen Planeten. Das mit der Päpstin scheitert aus anderen Gründen. Kann man sich vorstellen.

Was sich über die Zeit wenig geändert hat, ist meine Leidenschaft fürs Schreiben. Ich schreibe wohl, seit ich schreiben kann, habe meine Grundschullehrer mit gereimten Rätseln, meine Eltern mit Gedichten zu Hochzeitstag, Geburtstag, Muttertag usw. überhäuft, meine Pubertät mit dem Tagebuchschreiben verbracht und bin schließlich bei den kleinen Prosatexten für meinen Blog und so manchem Büchlein für die Kinder meiner Geschwister angelangt. Hin und wieder lauert jedoch auch eine Romanidee in meiner Schublade, die darauf wartet, herausgeholt zu werden. Besonders inspirierend und motivierend sind dabei meine lieben Schreibkollegen aus unserer regelmäßig zusammenkommenden Schreibgruppe, die sich aus dem Schreiblabor im Literaturhaus ergeben hat und fleißig Ideen für Lesungen und Kleinkunstabende ausheckt.

In diesem Sinne: Wir lesen, sehen, hören uns!

Berni di Brezel, Rummeldirektorin

Hamburg, April 2017